Landwirte sind als Unternehmer gefragt

"Landwirtschaft trifft Volksbank" zeigt Handlungsfelder auf

Experten und Landwirte im Dialog – das Forum „Landwirtschaft trifft Volksbank“ zeigte in der Bürener Niedermühle Lösungsansätze und Wege auf, die der heimischen Landwirtschaft auch in Zukunft Perspektiven bieten. Darüber diskutierten Kreislandwirt Stefan Belke (HSK), Kreislandwirt Johannes Giesguth (Kreis Paderborn), Referent Dr. Christian Bickert, Stefan Berens (Landwirtschaftskammer NRW), Agrarberater Bernhard Leifeld, Bankvorstand Thorsten Wolff und Agrarberater Sebastian Dreier (von links).

Büren. Landwirte stehen heutzutage vor großen Herausforderungen: Stark schwankende Erträge und die zunehmende Regulierung traditioneller Produktionsverfahren machen es immer anspruchsvoller, Höfe nachhaltig zu bewirtschaften. Wie können Landwirtinnen und Landwirte unter diesen Bedingungen ihre Betriebe fit für die Zukunft machen? Wohin geht die Reise für die Landwirtschaft in der Region?
Über diese Fragen sprach Dr. Christian Bickert als stellvertretender Chefredakteur der DLG Mitteilungen auf dem zweiten landwirtschaftlichen Unternehmerdialog „Landwirtschaft trifft Volksbank“. In seiner Begrüßung unterstrich Bankvorstand Thorsten Wolff die große Bedeutung der Landwirtschaft für die Region – das zeige sich auch im Kreditvolumen der Volksbank: Über 15 Prozent aller Kredite im gewerblichen Bereich gehen in die Landwirtschaft und darüber hinaus sind viele Wirtschaftszweige damit verbunden. „Mit unseremneuen Veranstaltung "Landwirtschaft trifft Volksbank" wollen wir nach vorn schauen und gemeinsam über neue Impulse sprechen.“ Anschließend hinterfragte Kreislandwirt Johannes Giesguth in seinem Grußwort kritisch die aktuellen Entwicklungen, denen die Landwirtschaft heute ausgesetzt ist. Die Agrarberater Sebastian Dreier und Bernhard Leifeld analysierten unter dem Stichwort „Balance halten in dynamischen Zeiten“ das Geschäftsfeld Landwirtschaft und wagten einen Ausblick auf die Megatrends für 2017. „Die Landwirte stehen insgesamt vor einer schwierigen Situation“, betonte der Referent Dr. Christian Bickert. Angesichts der niedrigen Preise für Agrarprodukte sei es derzeit nicht leicht, die Höfe profitabel zu bewirtschaften.

Hinzu kämen veränderte gesellschaftliche, gesetzliche und politische Rahmenbedingungen: „Mehr Unternehmertum und größere Flexibilität sind die besten Antworten auf dieses Umfeld“, sagte Bickert. Neben dem Blick über den landwirtschaftlichen Tellerrand hinaus sei grundsätzlich auch eine fundierte Analyse des Betriebes notwendig, die alle Potentiale und Stellschrauben aufzeige. Aus der landwirtschaftlichen Praxis heraus müssten betriebsindividuelle Antworten auf die Konsequenzen des anhaltenden Strukturwandels gefunden werden. „Ein „weiter so“ wird für viele Betriebe eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit bedeuten“, betonte der Agrarexperte. Perspektiven dazu könnten alternative Einkommensquellen, Arbeitsfelder und Betriebszweige sein. Die Landwirtschaft sei insgesamt ein dynamischer Sektor: Jeder Landwirt müsse seinen eigenen Weg gehen, um sich eine langfristige Betriebsgrundlage zu sichern. „Wichtig ist es, den Wandel aktiv zu gestalten. Tragfähige Konzepte und Strategien für die Zukunft sind hier gefragt und der Schlüsselfaktor für eine starke Landwirtschaft.“

Über den Referenten: Dr. Christian Bickert ist stellvertretender Chefredakteur der DLG-Mitteilungen und verantwortet dort seit über 20 Jahren die Marktberichterstattung der DLG-Mitteilungen. Er erstellt eigene Analysen zu den Märkten für Getreide, Ölsaaten, Dünger, Zucker und anderen Produkten. Daneben ist Dr. Bickert praktischer Landwirt und bewirtschaftet einen Ackerbaubetrieb.