Grünes Licht für Bankenhochzeit

Thülener Generalversammlung und Vertreterversammlung der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten stimmen für Zusammenschluss

Freude über das eindeutige "Ja" zur Fusion: Nach der großen Zustimmung der Mitglieder in Thülen erhielten die Bankvorstände Karl-Udo Lütteken, Ferdinand Klink, Thorsten Wolff und Bernd Einheuser nun auch die volle Rückendeckung der Vertreterversammlung in Brilon.

Deutliches Votum für die Fusion: Erst am Montag befürwortete die Generalversammlung der Volksbank Thülen mit 99,5 Prozent den Zusammenschluss mit der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten. Am Tag darauf sagten die Vertreter der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten dann „ja“ zur Bankenehe und gaben sogar einstimmig grünes Licht für das Zusammengehen der beiden Institute (rückwirkend zum 1. Januar 2017).
Die fusionierte Volksbank weist eine Bilanzsumme von nunmehr 1,52 Milliarden Euro aus und firmiert weiterhin unter dem Namen "Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten eG".
Die Vorstandsmitglieder beider Institute hatten vor den erfolgreichen Abstimmungen nochmals die Hintergründe für das Zusammengehen beider Banken vorgestellt.
Faktoren wie Niedrigzinsen, Regulatorik, demografische Entwicklung, technischer Fortschritt, Digitalisierung sowie ein daraus verändertes Kundenverhalten werden auch künftig die Wegbegleiter bleiben. Besonders das als Folge der Geldpolitik herrschende niedrige Zinsniveau hat gravierende Auswirkungen und trifft nicht nur die Banken. Auch alle Versorgungssysteme leiden hierunter – und damit die finanzielle Absicherung der Menschen in der heimischen Region. „In dieser Situation den Wandel für unsere Mitglieder und Kunden aktiv zu gestalten ist die große Aufgabe der kommenden Jahre. Als Genossenschaftsbank vor Ort bleiben wir unserem genossenschaftlichen Auftrag verbunden und stellen uns den Herausforderungen“, betonten die Bankvorstände. „Um das bisher Erreichte auch für die Zukunft in unserer heimischen Region zu sichern, ist eine Anpassung an geänderte Rahmenbedingungen notwendig und sinnvoll.“ 
Die Thülener Bankvorstände Bernd Einheuser und Ferdinand Klink, die gemeinsam mit dem Aufsichtsrat das Zusammengehen seit Monaten vorbereiten, freuen sich über die breite Zustimmung. „Mit dem Wissen um unsere Gemeinsamkeiten haben wir in den letzten Monaten mit unseren Mitgliedern und Kunden vor Ort viele Gespräche geführt.“ Den Vorständen ist anzumerken, dass sie der Fusion optimistisch entgegensehen. Für kleine Banken wie die Volksbank Thülen ist es angesichts der Regulatorik viel schwerer als für große Häuser, eine qualitativ hochwertige Beratung der Mitglieder und Kunden zu gewährleisten. „Die zahlreichen Vorgaben müssen kleine wie große Häuser gleichermaßen bewältigen. Diese Aspekte in Verbindung mit der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank gefährden unsere wirtschaftliche Grundlage. Gemeinsam ist man einfach schlagkräftiger", weiß Bankvorstand Bernd Einheuser. Die Volksbank Thülen verfügt über eine Bilanzsumme von 70,2 Millionen Euro (Stichtag 31. Dezember 2016). Das sind gut 3 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Beim Bilanzgewinn von 95.000 Euro (Vorjahr 120.000 Euro) machte sich das niedrige Zinsniveau bemerkbar. Im letzten Jahr betreute die Bank über 3.800 Kunden, insgesamt sind 2.105 Mitglieder ihrer Volksbank im Ort verbunden. In der Volksbank Thülen arbeiten zwölf Angestellte.

Zukunft gestalten - Sicherheit durch ein starkes Geschäftsmodell
Die Bankvorstände Karl-Udo Lütteken und Thorsten Wolff konnten den 193 anwesenden Vertretern der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten auf der Vertreterversammlung in Brilon für das Jahr 2016 eine Erfolgsbilanz präsentieren. Das betreute Kundenvolumen stieg erstmals auf über 3,04 Milliarden Euro. Die Steigerung der Bilanzsumme auf fast 1,45 Milliarden Euro (+ 6,9 %), die Erhöhung der Kredite auf 1,05 Milliarden Euro (+ 8,2 %) sowie die Zunahme der Einlagenseite auf 1,03 Milliarden Euro (+ 4,1 %) kennzeichneten, so Lütteken, welch stabile genossenschaftliche Position die Bank in der Region habe. Bei einem Jahresüberschuss mit 2,2 Millionen Euro stimmten die Vertreter dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zu, in diesem Jahr eine dreiprozentige Dividende zu gewähren.

Die positive Bilanz der Bank im Jahr 2016 ist das Ergebnis einer erfolgreichen Arbeit in der Region: Intensiver Wettbewerb, verändertes Kundenverhalten (Stichwort Digitalisierung), hohe Kosten durch regulatorische Anforderungen und ein erheblicher Margendruck in Folge des Niedrigzinsniveaus bleiben aus Sicht der Vorstände die zentralen Herausforderungen für die kommenden Jahre. „Unser Ziel ist es, mit dem gelungenen Zusammenschluss mit Thülen unsere Volksbank weiter zu stärken und ihre Marktposition weiter auszubauen. Als starke genossenschaftliche Bank in einer starken Region sehen wir uns dafür gut aufgestellt“, blickte Thorsten Wolff optimistisch nach vorn.

Genossenschaftliches Ehrenamt für die Region

Der Aufsichtsrat der fusionierten Bank wird nach den verschmelzungsbedingten Zuwahlen des bisherigen Thülener Aufsichtsratsvorsitzenden Johannes Becker aus 17 Mitgliedern bestehen. Zuvor waren fünf Aufsichtsratsmitglieder für drei Jahre wiedergewählt worden: Dr. Ralf Laws, Jörg Pinke, Rainer Radine und Stefan Rüther bleiben dem Aufsichtsgremium mit jeweils klarem einstimmigem Votum erhalten. Adolf Tuss schied nach 13jähriger Tätigkeit aufgrund des Erreichens der satzungsmäßigen Altersgrenze aus dem Aufsichtsrat aus. Das Aufsichtsratsmitglied Rainer Müller strebte aus beruflichen Gründen keine erneute Kandidatur an. In den Wahlausschuss der fusionierten Bank wurde der Thülener Eberhard Fisch gewählt.

Blick auf die Zahlen (Stand 21.12.2016)

 

Volksbank

Thülen eG

Volksbank

Brilon-Büren-Salzkotten eG

Die fusionierte Bank
Bilanzsumme 70,2 Millionen Euro 1,45 Milliarden Euro 1,52 Milliarden Euro
Kundenforderungen 45,1 Millionen Euro 1,05 Milliarden Euro 1,10 Milliarden Euro
Kundeneinlagen 55,7 Millionen Euro 1,03 Milliarden Euro 1,09 Milliarden Euro
Mitglieder 2.105   42.163 44.268
Mitarbeiter 12 334 346
Filialen 1 26 27