"Perlen, Ringe, Schlangenschwert“ – Volksbank fördert Sonderausstellung in Fürstenberg

Schätze edler Westfalen aus dem Sintfeld und Grabfunde aus dem 6. Jahrhundert.

Vorfreude – Filialleiter Henrik Montag von der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten informierte sich vor Ort über den Stand der Ausstellungsvorbereitungen und brachte für Geschäftsführer Antonius Monkos (Historisches Fürstenberg) einen Scheck über 1.000 Euro mit.

Fürstenberg. Dass in Fürstenberg heimische Geschichte erlebbar gemacht wird, darum kümmert sich die gemeinnützige GmbH „Historisches Fürstenberg“ mit ihrem einzigartigen Museum seit 2009. Das alte Fürstenberger Gerichtsgebäude erzählt die Geschichte der früheren Justiz im Paderborner Land. Zwischen Richterstube, Arrestzelle und schlimmstenfalls Galgen spielte sich die Zivil- und Kriminalgerichtsbarkeit im Sintfeld ab. Erbaut vom Grafen von Westphalen im Jahr 1736, repräsentiert das historische Gebäude die Gerichtsbarkeit, die in dieser Region vom Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert galt. Ab dem 1. Mai präsentieren die Fürstenberger Heimatfreunde nun eine archäologische Sonderausstellung. Sie begeben sich damit auf eine Zeitreise zurück bis in das 6. Jahrhundert. „Denn ganz in der Nähe haben die Archäologen des LWL hier in den 80er Jahren ein Fürstengrab entdeckt“, berichtet Antonius Monkos, Geschäftsführer der gGmbH „Historisches Fürstenberg“. Er engagiert sich mit Vereinsmitgliedern des Förderkreises für Kultur, Geschichte und Natur im Sintfeld e. V. dafür, dass die besonderen Funde nun in ihrer alten Heimat ausgestellt werden können.

„Aus dem Fürstengrab stammt die gesamte Waffenausstattung eines fränkischen Kriegers, darunter ein Ringschwert, das in mittelalterlichen Sagen auch als Schlangenschwert bezeichnet wurde.“ Die besondere Klinge gehörte einem Toten, dessen Nachfahren bei den Grabbeigaben an nichts gespart hatten: „Da lag alles mit drin, was im Frühmittelalter an Statussymbolen zu haben war. Neben seinen Waffen nahm er auch seinen Hengst, welcher separat vergraben wurde und teilweise ebenfalls ausgestellt wird, mit auf die letzte Reise“, weiß Antonius Monkos. Der Adelige vom Sintfeld lebte auf einem Landgut bei Vesperthe oder in Zinsdorf, beides frühe und bedeutende Siedlungen des Sintfeldes. Neben dem Fürsten fanden die Archäologen mit Dr. Daniel Bérenger über 54 weitere Gräber während der eiligen Rettungsgrabung, wie etwa das Grab eines 14-jährigen Mädchens. Es wurde mit einer wertvollen Halskette bestattet, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sein wird. Zur Eröffnung der Ausstellung wird der Archäologe Ulrich LEHMANN am 1. Mai um 14.00 Uhr den Festvortrag im Katholischen Pfarrheim halten: „Waffe oder Statussymbol - Das frühmittelalterliche Ringschwert aus Fürstenberg und sein Träger.“
Die Ausstellung kann an den Wochenenden (Samstag und Sonntag 14.00 bis 17.00 Uhr) besucht werden. Für Familien mit Kindern bieten die Fürstenberger Heimatfreunde besondere museumspädagogische Angebote an.
Weitere Informationen unter www.altes-gericht-fuestenberg.de