Zinstief... mit guten Anlagestrategien dem Trend entgegenwirken

Wertpapierauftaktveranstaltung der Volksbank zeigt Chancen auf

Brilon. Veränderte Rahmenbedingungen an den Kapitalmärkten und nach wie vor niedrige Zinsen sind eine Herausforderung für Anleger. Sicherheit ist Trumpf, denken viele. „Besser fährt jedoch, wer mit einer guten Vermögensstrukturierung seine Chancen auf Erträge steigert“, weiß Prokurist Andreas Decker von der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten. Der Bereichsleiter für das Privatkundengeschäft informierte jetzt gemeinsam mit Börsenexperte Markus Fründ von der Fondsgesellschaft Union Investment und Dozent Klaus Fink (European Business School) über 180 Kundenberaterinnen und Kundenberater der Volksbank in Brilon auf der Wertpapierauftaktveranstaltung über die optimale Vermögensstrukturierung.

„Die Rahmenbedingungen an den Kapitalmärkten haben sich in den letzten Jahren stark verändert – und tun es noch. Der Wunsch nach Beständigkeit und Sicherheit ist sehr gut verständlich“, erklärt Markus Fründ. Doch der Experte warnt auch, dass viele Menschen aus Sicherheitsgründen Tages- und kurzfristige Festgelder bevorzugen, diese aber kaum noch Zinsen abwerfen. „Dies kostet nicht nur Rendite, sondern im wahrsten Sinne des Wortes Geld. Und das Phänomen niedriger Zinsen wird uns nach Einschätzung vieler Experten auch noch die nächsten Jahre begleiten.“
Aber ist es wirklich so schwer, sein hart erarbeitetes Vermögen vernünftig anzulegen? Gibt es auch in der heutigen Zeit noch Anlageformen, die gute Ertragschancen bieten und den Anleger dennoch beruhigt schlafen lassen? „Heute stellt sich für unsere Kunden vermehrt die Frage, wie sie ihr Vermögen noch sinnvoll anlegen können“, sagt Andreas Decker. Aber selten war das Umfeld an den Kapitalmärkten so herausfordernd wie heute. Es gilt neue Weg zu gehen, die bisherigen Strategien zu überdenken und neu auszurichten. Er weiß aus seiner Beratungspraxis, dass seinen Kunden vor diesem Hintergrund auch Vertrauen und ein Gefühl der Sicherheit besonders wichtig sind.

Was aber können Anleger tun, um einen angemessenen Ertrag für ihr mühsam Erspartes zu erhalten, Finanzexperte Andreas Decker gibt dazu wichtige Tipps:

Die Zinsen fallen seit Jahren und sind so niedrig wie noch nie. Lohnt sich Sparen heute überhaupt noch?
Andreas Decker: Selbstverständlich lohnt es sich. Und unsere Kunden tun dies nach wie vor. Bei unseren Privatkunden verzeichnen wir seit Jahren einen Anstieg unserer Spareinlagen sowie der außerbilanziellen Anlagen. Sparen war schon immer der richtige Weg, um Zielen und Wünschen näher zu kommen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Doch wer in diesen Zeiten niedriger Zinsen möchte, dass sein Geld sich vermehrt, sollte beim Thema Sparen einmal über zeitgemäße Sparformen nachdenken. Denn die meisten klassischen Sparformen werfen so gut wie keine Zinsen mehr ab. Und es sieht ganz danach aus, als ob uns die Niedrigzinsphase noch sehr lange erhalten bleibt. Das aber bedeutet nicht nur, dass das Angesparte fast gar nicht wächst, sondern, dass es sogar zu schrumpfen droht. Denn durch die Inflation – wenn auch derzeit auf eher niedrigem Niveau – verliert das Geld an Wert. Deutlich wird die Situation besonders bei langfristigen Anlagen.

Wie sollten sich Sparer denn verhalten? Welche Anlageformen empfehlen Sie?
Andreas Decker: Zuerst einmal ist es wichtig zu erfahren, wie die Einkommens- und Vermögenssituation des Kunden aussieht. Erst dann ist es möglich, den Kunden richtig zu beraten. Pauschal kann gesagt werden, dass man sein Vermögen breit streuen sollte. Wenn möglich, sollte man in verschiedenen Anlageklassen anlegen. Neben klassischen Bankanlagen sollten im Rahmen der persönlichen Risikoneigung in andere Anlageformen wie z. B. Fonds, Zertifikate, Aktien oder Immobilienanlagen investiert werden.

Das niedrige Zinsniveau macht ertragreiches Sparen zu einer Herausforderung. Wie kann man auch mit kleinen Beträgen bleibende Werte schaffen?
Andreas Decker: Wer auch bei Inflation mit angespartem Geld bleibende Werte schaffen will, sollte über einen Fondssparplan nachdenken. Es müssen keine großen Summen sein, die man regelmäßig investiert. Auch kleinere Beträge lohnen sich: Ein Pluspunkt von Sparplänen ist dabei, sich zu disziplinieren, regelmäßig Geld zurückzulegen. Die Folge ist, dass auf Dauer eine schöne Summe auf der hohen Kante liegen kann. Je nach persönlicher Situation lässt sich der Sparturnus ändern oder der Sparplan auch einmal aussetzen. Und Sie können jederzeit über das vorhandene Guthaben verfügen.

Gibt es einen richtigen Zeitpunkt für den Einstieg?
Andreas Decker: Sparer, die einen Fondssparplan nutzen, profitieren bei gleichbleibenden Sparbeiträgen vom so genannten Durchschnittskosteneffekt: Durch die unterschiedlichen Einstiegszeitpunkte kaufen Sparer bei niedrigen Kursen mehr, bei höheren weniger Fondsanteile. Wie attraktiv ein solcher Sparplan schließlich ist, hängt vor allem von der Wertentwicklung der Fonds und der Spardauer ab. Man kann mit einem Fondssparplan über viele Zeiträume attraktive Ertragschancen nutzen.

Gibt es Risiken für meine Geldanlage?
Andreas Decker: Man kann auch unter den heutigen Marktgegebenheiten sein Geld nicht nur werterhaltend, sondern auch mit der Chance auf Erträge anlegen. Dazu ist zwar ein klein wenig mehr Risiko erforderlich. Doch dieses lässt sich minimieren, indem Anleger ihr Vermögen auf verschiedene Anlageklassen, wie Aktien, Renten, Immobilien und Rohstoffe verteilen. Dann fällt das Auf und Ab einzelner Werte, Märkte oder Branchen nicht so sehr ins Gewicht. Eine Kombination schwankt in der Regel weniger stark als eine Investition in nur eine Anlageklasse. Eine ausbalancierte Verteilung des Vermögens ist ein entscheidender Faktor.