90 Jahre retten – löschen – bergen – schützen

Feuerwehr Niederntudorf sammelt zum Jubiläum für zwei neue Defibrillatoren / Eine Crowdfunding-Spende, die Leben retten kann

Bildzeilen: Markus Nillies, Marleen Nillies, Christian Ewers, Johanna Hermens, Löschzugführer Markus Petsche, Christina Hermens, Klaus-Dieter Wiegand, Antonius Hermens, Dieter Münster und Rainer Westermeier (von links) freuen sich zum 90. Geburtstag über viele Unterstützer.

Niederntudorf. Seit 90 Jahren sind die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr in Niederntudorf nun schon im Einsatz für die Menschen im Ort: den Geburtstag am 7. Mai feiert der Löschzug Niederntudorf ab 17.00 Uhr am Feuerwehrgerätehaus mit einem Tag der offenen Tür, zu dem die ganze Familie herzlich eingeladen ist. An diesem Tag wird auch das neue Mannschaftstransportfahrzeug durch Bürgermeister Ulrich Berger offiziell übergeben. Zu diesem besonderen Geburtstag startet der Förderverein des Löschzuges mit den Feuerwehrmännern und –frauen auch ein einzigartiges Projekt: Sie sammeln auf der neuen Crowdfunding-Plattform der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten Spenden für zwei neue Defibrillatoren, die in der Niederntudorfer Schützenhalle und im Sportheim künftig Leben retten können.

„Täglich sterben fast 300 Mitbürger in Deutschland an plötzlichem Herzversagen. Wenn einem Betroffenen innerhalb der ersten fünf Minuten nach einem plötzlichen Herzversagen geholfen wird, sind die Chancen sehr groß, dass er dieses ohne bleibende Schäden überlebt“, betont der Vorsitzende des Fördervereins, Christian Ewers. Für die Anschaffung der beiden Defis benötigt der Förderverein eine Spendensumme von 4.200 Euro.
„Für jeden Spender, der ein Projekt mit mindestens fünf Euro unterstützt, gibt die Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten fünf Euro dazu“, berichtet Markus Nillies, der sich bei der Feuerwehr ehrenamtlich seit vielen Jahren engagiert und für die Volksbank das Projekt vor Ort begleitet.

Helfen und spenden ist ganz einfach: Weitere Informationen über das Lebensretter-Projekt der Feuerwehr gibt es auf dem Tag der offenen Tür am Gerätehaus in Niederntudorf oder auch im Internet auf der neuen Spendenplattform für Vereine unter vb-bbs.viele-schaffen-mehr.de.

HINTERGRUND Crowdfunding
Alle gemeinnützigen Vereine und Institutionen der Region können jetzt eine neue Möglichkeit nutzen, mit Hilfe der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten endlich mit der Realisierung ihres jeweiligen Herzensprojekts durchzustarten. Im Internet startet ein neues Crowdfunding-Portal – also ein Ort, an dem Ehrenamtliche schnell und einfach viele neue Unterstützer finden. Crowdfunding (zu Deutsch Schwarmfinanzierung) meint dabei das Sammeln vieler kleiner Geldbeträge, um ein Projekt vor Ort voranzubringen und umzusetzen: Der Verein motiviert Mitglieder und Bürger, sich finanziell an dem Projekt zu beteiligen. (www.vb-bbs.viele-schaffen-mehr.de)

10.000 Euro zum Start
Die Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten bezuschusst Projekte in der Finanzierungsphase durch zusätzliche Spendengelder: Für jeden Spender, der ein Projekt mit mindestens fünf Euro unterstützt, spendet die Bank fünf Euro. Und das so lange, bis der mit 10.000 Euro gefüllte Spendentopf leer ist. Dann können weitere Mittel für sinnvolle Projekte fließen. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Kletterwand in einer Kindertagesstätte handeln oder um Ausstattungsgegenstände eines Sportvereins.

HINTERGRUND 90 Jahre Feuerwehr Niederntudorf
Mit der Löschspritze gegen den „roten Hahn“: Die ersten Anfänge einer organisierten Brandbekämpfung entstanden in Niederntudorf schon im Jahr 1829. In diesem Jahr konnte eine „Große Spritze“ vom Kupferschläger Heising in Paderborn erworben werden. Grund für die Entscheidung eine Handdruckspritze für Niederntudorf zu kaufen, waren die großen Brandkatastrophen im 18. und 19. Jahrhundert. Damals zerstörten Feuersbrünste ganze Straßenzüge im Dorf und viele Familien verloren ihre Existenz. Im Jahr 1869 wurde dann ein Spritzenhaus gebaut, das bis 1967 auf dem heutigen Parkplatz gegenüber der Apotheke stand. Zwar gab es schon seit dem 19. Jahrhundert eine Handdruckspritze, um dem Feuer Einhalt zu gebieten, aber die „Feuerwehr“ wurde noch vom ganzen Dorf gestellt. Ein Teil der Dorfbevölkerung lief im Brandfall zum brennenden Haus, ein anderer Teil zum Spritzenhaus, um die Handdruckspritze zu holen. Am 23. März 1926 beschloss die Gemeindevertretung, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Die Gründungsversammlung fand am 2. Mai 1926 im Gemeindesaal Lüke statt. Damals waren 29 Freiwillige aus Niederntudorf dabei.

Gut gerüstet für die Zukunft
Seit dieser Zeit hat sich vieles verändert. Neben der Brandbekämpfung gehören jetzt vor allem die technischen Hilfeleistungen zu den Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr. Heute ist die Tudorfer Wehr in vielen Bereichen aktiv: Von der Menschenrettung aus Unfallfahrzeugen, über die Beseitigung von Ölschäden oder Sturmschäden und die Unterstützung des Rettungsdienstes bis hin zur Hilfeleistung bei Hochwasser. Die Freiwillige Feuerwehr muss sich zudem mit Unfällen beschäftigen, bei denen gefährliche Stoffe oder Güter frei werden. 2012 gründete sich ein eigener Förderverein für die Feuerwehr, der heute mit über 72 Mitgliedern die umfassenden Aktivitäten im Ort ehrenamtlich begleitet. Retten, löschen, bergen und schützen – mit ihrem Einsatz haben die Blauröcke in Niederntudorf in den letzten 90 Jahren viel erreicht. Der Löschzug Niederntudorf zählt im Jubiläumsjahr 39 aktive Einsatzkräfte, 18 tun Dienst in der Jugendfeuerwehr und zehn gehören der Alters- und Ehrenabteilung an. Insgesamt leistet der Löschzug Niederntudorf bis zu 25 Einsätze pro Jahr: darunter fallen Brandeinsätze, technische Hilfeleistungen sowie Einsätze mit gefährlichen Stoffen und Gütern. Weitere Informationen zur Feuerwehr und ihrer aktiven Arbeit gibt es im Internet unter feuerwehr-salzkotten.de